Was also kann uns trennen von der Liebe Christi?

07.02.2020


Drangsal oder Angst oder Verfolgung oder das Coronavirus? Die chinesische Stadt Wuhan hält den Atem an. Doch die Christen halten sich an den, der allem seinen Odem gegeben hat.



Die Onlineplattform Chinasource veröffentlichte den Brief eines wuhaner Pastors an seine Gemeinde „und alle anderen Geschwister in Christus“. Wir haben ihn für Sie übersetzt.

 

"Brüder und Schwestern, Friede sei mit Euch!

In den vergangenen Tagen stand das Coronavirus in Wuhan im Mittelpunkt meiner Gedanken und meines Lebens. Jedes Update verfolge ich in den Nachrichten, ständig denke ich darüber nach, wie unsere Familie und die Kirche mit dem Lungenvirus umgehen soll.

Was die Familie betrifft, so habe ich mich mit Atemmasken und Lebensmittelvorräten eingedeckt und mich so wenig wie möglich ins Freie gewagt. […] Was die Kirche betrifft, so kämpfe ich zum einen für die Sicherheit der Gemeinde, zum andern dafür, dass wir den Willen haben, in dieser Lage treu unseren Glauben zu bezeugen. Denn es ist offensichtlich: Unser Glaube wird auf die Probe gestellt.

Die Situation ist kritisch, aber wir vertrauen auf die Verheißungen des Herrn, dass seine Gedanken uns gegenüber friedvoll und nicht böse sind, dass er eine Zeit der Prüfung zulässt, aber nicht um uns zu zerstören, sondern um uns noch standhafter in unserem Glauben zu machen. (Jeremia 29,11 Deshalb geht unsere Verantwortung als Christen darüber hinaus, lediglich mit den Menschen dieser Stadt mitzuleiden. Wir sollen auch für sie beten. Allen, die Angst haben, wollen wir den Frieden Christi bringen. (Kolosser 3,15)

[…] Sein Friede besteht nicht darin, uns von Unheil und Tod zu befreien, sondern vielmehr darin, dass wir inmitten von Unheil und Tod Frieden haben, weil Er diese Dinge bereits überwunden hat (Johannes 14,27; 16,33). Wir würden mit der Welt vor diesem Virus, dieser Pest, erschrecken und im Angesicht des Todes die Hoffnung verlieren, wenn wir nicht an das Evangelium des Friedens glauben würden. (Epheser 6,15)

Aber mögen wir Christen auch denselben Drangsalen ins Auge blicken, so ist es für uns doch keine Strafe mehr, sondern eine neue Gelegenheit, dem Allmächtigen näher zu kommen. […] Denn wie schon Paulus schrieb: „ Wer kann uns trennen von der Liebe des Christus? Drangsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Entbehrung oder Gefahr oder Schwert? […] in dem allem überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“ (Römer 8,35-39)

Auf heute bezogen bedeutet das: Wuhans Pest kann uns nicht von der Liebe Christi trennen. Diese Worte sind so tröstlich für uns. Wir haben Anteil an seinen Leiden und an seiner Herrlichkeit – alles von Christus gehört uns, und unser ganzes Leben gehört Ihm. Die Pest kann uns nicht schaden. Wenn wir in der Pest sterben, ist das eine Gelegenheit, Christus zu bezeugen und noch mehr, in seine Herrlichkeit einzutreten.

Deshalb, meine Brüder und Schwestern, ermutige ich Euch, in der Liebe Christi stark zu sein. Wenn wir das Evangelium verstanden haben, dann können wir jetzt, im Angesicht des Todes, die Liebe Christi tiefer erfahren und Gott noch näher kommen: Wie auch unser Herr Jesus ein unvergleichliches Todesleiden erfahren hat, doch dann hat Gott ihn von den Toten auferweckt und ihn zu seiner Rechten gesetzt. (Apostelgeschichte 2,32-36)

Wenn Ihr bei der Lektüre dieser Wahrheiten immer noch keinen Frieden habt, ermutige ich Euch, die oben zitierten Stellen sorgfältig zu lesen und den Herrn zu bitten, Euch Erkenntnis zu geben, bis der Frieden Christi in Euren Herzen herrscht. Ihr müsst wissen, dass der Corona-Virus nicht nur eine Katastrophe ist, die man sehen kann, sondern auch ein geistlicher Kampf. Es ist darum wichtig, um das eigene Herz zu kämpfen. Und gleich im nächsten Atemzug um die Seele dieser Stadt.

Bestimmt wisst Ihr, dass in der Bibel steht, dass kein Spatz tot auf die Erde fällt, ohne dass Gott davon weiß. (Matthäus 10,29) Kann es bei so vielen Seelen, die der Pest ausgesetzt sind, ohne Gottes Wissen, ja, ohne seinen Willen zugehen? Ist das, was wir erleben, nicht ähnlich wie bei Abraham, der vor Sodom steht oder wie bei Jona, der auf Ninive blickt?

Wegen eines rechtschaffenen Mannes hat Gott das Urteil über Sodom hinausgezögert. Wegen 120.000 Menschen, die links nicht von rechts unterscheiden konnten, wurde die Zerstörung zurückgehalten. Was bedeutet das dann für Wuhan? Wir sind eindeutig die Gerechten in dieser Stadt. Und wir sind weit mehr als ein einzelner – es gibt Tausende und Abertausende von uns. Doch mögen wir wie Lot über all jene in dieser Stadt betrübt sein und wie Abraham, der ernsthaft für Sodom betete, für unsere Stadt einstehen (2. Petrus 2,7; 1. Mose 18,23-33). Mit Mühe verkündigte Jona Ninive das Evangelium – und Ninive tat Buße und wurde gerettet."

Seinen Namen wollte der Pastor nicht angeben.