Editorial

„Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem  Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott auf den ich hoffe.“ Psalm 91,1+2

Liebe Leser,

bei diesem Bibelwort werde ich stets an ein Foto einer Türkeireise erinnert. Damals standen wir in den Ruinen von Ephesus. Es war August und unglaublich heiß. Auf dem Bild sieht man, wie unsere Reisegruppe dicht zusammengedrängt unter dem einzigen Baum weit und breit steht, um ein wenig Schatten zu empfangen.

Die Hitze der Verfolgung lässt uns Christen so ähnlich zusammenrücken, um im Schatten des Höchsten Zuflucht zu finden. Schirm und Schatten ist Jesus der Gekreuzigte und Auferstandene Seiner Gemeinde. Er ist das über alle Konfessionen und Nationen hinweg, ob in Nordkorea oder im Iran. Jedoch beschirmt Jesus sie nicht vor den äußeren Übeln wie Tod, Gefängnis, Ausgrenzung und Spott, aber er beschirmt das Herz der Seinen. Bosheit, Hass und Menschenfurcht dürfen in ihnen nicht das letzte Wort haben.

Wer in diesem Heft von dem mutigen Dienst iranischer Gemeindeleiter liest, der spürt es: Unser Herr ist den Seinen Zuversicht und Burg. Im Urtext steht da  Bergfestung. Eine Bergfestung ist uns der Hügel Golgatha. Unter dem Kreuz Jesu wissen wir uns sicher vor den Anklagen des Bösen und all seinen Fallen. Sie können der Gemeinde Jesu alles nehmen, aber sie können sie nicht von ihrem Herrn trennen. Das Wort  Schirm  ist im Hebräischen zugleich das Wort „Versteck“ und kann sogar „heimlich“ bedeuten . Unser Herr ist uns ein heimlicher Zufluchtsort, der Seinen Feinden meist verborgen ist. Er bleibt den Verfolgern ein Rätsel, uns aber gibt er durch Seinen Geist die Gewissheit: Was auch geschieht, ich bin unter Seinem Schirm.

Alles, was seine Gemeinde trifft und woran sie leidet, muss zuvor an unserem Herrn vorbei. So wissen wir den ermordeten Han Chung-Ryeol, seinen Mördern zum Trotz, in der Hand Jesu. Auch Jong-su erlebte, wie Jesus ihre schlimme Situation völlig veränderte und jetzt Segen ist, wo vorher Verzweiflung war.

Weil Jesus wirklich alle Macht im Himmel und auf Erden hat, kann Seine Gemeinde in der Bedrängnis beten: „Mein Gott, auf den ich hoffe!“ Der Psalmbeter bezeugt dies von denen, die unter dem Schirm  dauerhaft sitzen, die unter Seinem Schatten bleiben. So wollen wir mit der verfolgten Gemeinde zusammen unter dem  Schirm des Höchsten, dem Schatten des Allmächtigen und unter dem Kreuz Jesus zusammenrücken und auf IHN vertrauen.

Ihr

Pfarrer Ernest Ahlfeld

Vorstandsvorsitzender der Hilfsaktion Märtyrerkirche

 

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