Editorial

„Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel.“ Matthäus 5,44b-45

Liebe Leser,

diese Aussage Jesu fordert uns heraus und macht uns zu schaffen. Wir sollen unsere Feinde lieben? Und dann auch noch für sie beten? Das geht ganz und gar gegen unsere menschliche Natur. Aber es ist Jesu Wort auch an uns! Wir können das nicht aus eigener Kraft, aber aus der Kraft dessen, der uns stark macht – dem Heiligen Geist: „Gott hat uns gegeben den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ (2. Tim 1,7b) „Die Frucht aber des Geistes ist Liebe.“ (Gal 5,22a)

Unsere bedrängten Geschwister leben uns in ihren extremen Herausforderungen Feindesliebe vor. Wenn man bedenkt, welches Leid vielen Christen weltweit widerfährt, ist das schier unvorstellbar. Und doch ist die Feindesliebe und das Gebet für die Feinde der Weg, den Jesus seinen Jüngern vorgibt. So hat Jesus es auch selbst vorgelebt: „Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!“ (Lk 23,34a)     Jesu Liebe überwindet alles.

Es rumort in der Welt und auch in Europa. Ein Terrorakt jagt den anderen. Eine erschütternde Bilanz des Terrors des Islamischen Staates allein in Europa finden Sie hier (www.lpb-bw.de/islamischer-staat.html) unter der Überschrift: Welche Anschläge hat der IS in Europa verübt? Für die koptischen Christen in Ägypten ist das alles schreckliche tägliche Realität. Aber sie halten trotzdem auch nach Monaten des Terrors in ihrem Land an Gottes großen Zusagen fest. So siegt die Liebe über den Hass.

In Ägypten ist die Lage angespannt und unsere Geschwister kämpfen mit den Folgen der verheerenden Anschläge der letzten Monate.  Dennoch sind sie lebendige Zeugen des Gebotes Jesu „Liebet eure Feinde.“ Auf Seite 10 können Sie mehr über die Situation in Ägypten lesen.

Auch unser Artikel über Pakistan auf den Seiten 6 und 7 berichtet davon, wie Gottes Geist auch in tief verletzten Herzen unserer verfolgten Geschwister wirkt. ER kann Heilung bringen und Liebe schenken für selbst noch für die schlimmsten Widersacher.

Auf den Seiten 8 und 9 berichten wir darüber, wie unsere Projekthilfe syrischen und irakischen Flüchtlingen im Libanon Linderung ihrer akuten Not bringt, und sie durch die Betreuung unserer Projektpartner neue Zuversicht gewinnen.

Uns Christen in Europa fordern diese Berichte heraus. Wie steht es um meine Versöhnungsbereitschaft? Feindesliebe? Ist Vergebung in Pakistan oder Ägypten einfacher als bei uns? Ist es dort leichter, für Feinde zu beten als bei uns? Hat Jesus für mich einen bequemeren Weg vorgesehen? Nein. Auch uns gilt Sein Wort: „Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel.“ Möge Gott uns befähigen, dies in Liebe und Besonnenheit und mit viel Gebet zu tun.

Ihr

Manfred Müller

 

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