Evangelist wider Willen
Nordkorea

Evangelist wider Willen

Kyung-ja* driftete immer wieder in die Bewusstlosigkeit ab, während ihr Kopf wiederholt von einem Knüppel getroffen wurde. Zwischendurch hörte sie, wie die Gefängniswärterin die Worte „Bibel“, „Gott“ und „Jesus“ schrie. Kyung-ja war 56 Jahre alt und hatte diese Worte ihr ganzes Leben lang noch nie... Artikel ansehen

„Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist.“

1. Petrus 3,15

Liebe Leser,

schon vor über 1.900 Jahren forderte der Apostel Petrus die jungen Christen in der Diaspora auf, mutig ihren neuen Glauben zu bekennen. Bedrängt wurden sie damals schon von der Gesellschaft, regional kam es auch zu organisierter Verfolgung durch den Staat. Aber sie gaben nicht einfach so klein bei. Sie blieben aktiv und agierten als Salz und Licht in ihrem Umfeld. So überlebte das Christentum. Die Worte des Petrus sind heute noch genauso aktuell wie damals. Reden sollen wir. Unseren Mund auftun. Nicht schweigen. Chancen nutzen. Mit Menschen ins Gespräch kommen über unseren Glauben.

Der irisch-englische Staatsmann und romantische Denker Edmund Burke sagte einmal: “Nichts anderes braucht es zum Triumph des Bösen, als dass gute Menschen gar nichts tun." Genauso ist es mit unserem christlichen Zeugnis in Europa. Wenn wir nur unterlassen, uns aktiv in der Gesellschaft einzubringen, biblische Werte zu vertreten und das Wort Gottes mit seinem Gesamtanspruch zu predigen – und stattdessen unser Christsein privat und unscheinbar für uns alleine leben, dann haben wir schon verloren. Leider ist das der Zustand Europas im 21. Jahrhundert.

Doch es gibt ja noch Hoffnung. Jedem von uns sind von Gott Gaben gegeben, die er nutzen kann, um sein Umfeld zu beeinflussen. Als Mose vor dem Pharao sprechen sollte und entmutigt war, erinnerte Gott ihn: „Was hast du da in deiner Hand?“ (2. Mose 4,2). Es war ein einfacher Hirtenstab, doch Gott gebrauchte ihn, um Wunder vor dem Pharao zu bewirken.

In dieser Stimme der Märtyrer berichten wir von nordkoreanischen Christen und ihrer Situation dort. Hannah* hatte nicht viel, doch nachdem sie nach Südkorea geflohen war, stellte sie sich diese Fragen: „Was habe ich? Was kann ich? Wie könnte Gott mich gebrauchen?“ Sie fand ihre Berufung und heute ist sie ein großer Segen für viele Nordkoreaner, die auf der Suche nach der Wahrheit sind.

Vielleicht wollen Sie sich auch fragen: „Was habe ich in meiner Hand? Welche Gabe, welche Fähigkeit, welches Talent? Und wie kann ich es aktiv einsetzen für Gottes Reich, damit Menschen in meiner Umgebung mit dem Evangelium erreicht werden?

Die Hände falten und beten können wir alle. Für die Wiedervereinigung Nordkoreas und die dort leidenden Menschen. Wir können beten für unser Land und für Europa. Dass Gott noch mehr Arbeiter sendet in die Ernte und Menschen sich berufen lassen zu gehen.

Ich bin gespannt, was Gott aus Ihrem Gebet macht.

 

Ihr

Manfred Müller

*Name von der Redaktion geändert

Ausgabe April 2018

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