"Gott wird mich nie verlassen"
Nigeria

"Gott wird mich nie verlassen"

James mit seiner älteren Tochter Marvelous / Foto: HMK

Ein junger Witwer schöpft Hoffnung

James war an diesem Tag in der Stadt zum Blutspenden. Als er gegen Mittag zu Hause anrief, warnte ihn seine Frau Mary: Er solle lieber nicht nach Hause kommen. Sie hatte in einiger Entfernung Schüsse gehört.

Was sie nicht wusste: Militante Fulani-Islamisten attackierten gerade die gesamte Region von Barkin Ladi. Gegen sieben Uhr morgens am Samstag, den 23. Juni 2018 zogen die schwer bewaffneten Männer los. Sie nutzen Gartenschläuche, um die Häuser mit Benzin zu übergießen, und zündeten sie an. Als Mary ihren Mann am frühen Nachmittag anrief, weinte sie am Telefon: Die Angreifer hatten ihr Dorf erreicht.

Mary nahm ihre zweijährige Tochter Melody auf den Arm und rannte zusammen mit der sechs Jahre alten Marvelous los, um im Busch Schutz zu suchen. Aber sie liefen den Militanten direkt in die Arme. Die schlugen Marvelous bewusstlos und schossen Melody in den Bauch. Die Kugel durchschlug den Körper der Kleinen und landete in Marys Brust. Sie war sofort tot. Die beiden Mädchen lagen den gesamten Nachmittag lang neben der Leiche ihrer Mutter, bis sie schließlich jemand fand.

James erfuhr erst am nächsten Morgen durch den Anruf seiner Schwester, dass Mary gestorben war – und dass seine beiden Töchter den Angriff überlebt hatten. Er eilte sofort ins Krankenhaus, wo Melody operiert wurde. Zwei Monate lang blieb er bei ihr in der Klinik, so lange musste sie behandelt werden, da ihre inneren Organe Schaden genommen hatten. Er konnte nicht einmal zur Beerdigung seiner Ehefrau: Sie wurde zusammen mit 86 weiteren Todesopfern unter Aufsicht nigerianischer Sicherheitskräfte hastig in einem Massengrab bestattet.

James war von tiefer Trauer erfüllt. Und von vielen Fragen: Warum hatte Gott dieses Leid zugelassen? Warum traf es gerade ihn? In der Regel sind es eher die Frauen, die in Nigeria ihre Ehemänner durch Anschläge verlieren. Militante Islamisten zielen meist darauf ab, den Hauptverdiener der Familien umzubringen.

Doch der 29-Jährige hat nicht nur seine Frau, sondern auch sein Zuhause verloren. Acht Monate lang musste er mit seinen Töchtern in einem Flüchtlingscamp leben, weil die Angreifer die intakt gebliebenen Häuser ihres Dorfes und das dazugehörige Land einfach in Besitz genommen hatten.

Eine Partnerorganisation der HMK kümmert sich nun um James. Sie unterstützt ihn dabei, für seine Familie zu sorgen, und besucht ihn regelmäßig. Inzwischen hat er wieder Hoffnung geschöpft. Dass sich andere Christen um ihn kümmern, hat seinen Glauben an Gott erneuert und gefestigt: „Gott ist gut!“, sagt er. „Ich weiß nun, ich habe einen Gott, der mich nie verlassen wird.“ Er fragt sich immer noch, warum Gott seine Frau und nicht ihn zu sich geholt hat. Aber er erlebt, wie Gott ihn versorgt: „Ich fühle mich geliebt.“

Bitte beten Sie für James und seine beiden Töchter. James bittet auch um Gebet für all die anderen nigerianischen Christen, die Familienmitglieder, ihr Zuhause und ihr Land verloren haben: „Betet dafür, dass Gott uns und unseren Glauben stärkt!“

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