An vorderster Front
Niger

An vorderster Front

Als Mahmud aus dem Volksstamm der Fulani vor 20 Jahren einen Job in Tahoua in Niger suchte, kam er in eine ungewohnte Situation: Ein Ausländer hatte ihn zu sich nach Hause eingeladen. Als Mahmud dort ankam, traf er zu seiner Überraschung andere Fulani-Männer. Seine Überraschung verwandelte sich in einen Schock, als er mitbekam, dass diese Fulani der Religion des Ausländers folgten, statt ihrer eigenen – dem Islam –  treu zu bleiben. Er bekam es mit der Angst zu tun.

Mahmud ist einer von ungefähr 2 Millionen Fulani der rund 24 Millionen Einwohner Nigers. Die meisten davon sind Muslime. So auch Mahmud, der sich an jenem Abend entschloss, diese Gegend zu verlassen und ins benachbarte Nigeria zu ziehen. Keinesfalls wollte er diesem Ausländer wiederbegegnen, der ihn möglicherweise vom Islam abbringen wollte. Erst Jahre später kam Mahmud zurück in den Niger und ließ sich in der Hauptstadt Niamey nieder. Als er dort ankam, drängten ihn viele, diesen ausländischen Mann kennenzulernen, der für seine Hilfsbereitschaft bekannt war. Aber Mahmud wollte ihn nicht wiedertreffen, nur zu genau erinnerte er sich an die Verunsicherung, die  er bei der ersten Begegnung gespürt hatte. Doch er brauchte Hilfe. Seine elf Kinder auf die Schule zu schicken, erwies sich als kompliziert. Und so entschied er sich, diesen Mann kennenzulernen.

Die Wahrheit kennen

Als es schließlich zu einem Treffen der beiden Männer kam, kamen sie schnell in ein intensives Gespräch. Mahmuds Furcht verflog. Bald diskutierten sie über die Unterschiede zwischen dem Koran und der Bibel. „Etwas war mir aufgefallen“, erinnert sich Mahmud. „Immer, wenn jemand in der Bibel von Wahrheit spricht, ist er sicher, worüber er spricht.“ Doch im Koran wirke es eher so, als bemühe man sich zwar, der Wahrheit nahe zukommen, sei aber niemals ganz sicher. „In der Bibel heißt es: ‚Das ist die Wahrheit.‘, staunte er.

Einige Wochen später ließen sich Mahmud und seine Familie auf einen Gottesdienstbesuch ein. Geleitet wurde er von dem Ausländer, der Mahmud geholfen hatte – und der Missionar war. Als er am Ende fragte, ob jemand sein Leben Jesus übergeben wolle, hob Mahmud die Hand. „Ich hatte die ganze Zeit darüber nachgedacht“, sagt Mahmud. „Mir war klar geworden, dass Jesus der einzige ist, der ewiges Leben geben kann.“ Ein tiefer Frieden machte sich in ihm breit – und seine Berufung wurde ihm deutlich: „Nachdem ich Jesus angenommen hatte, wurde mir ganz klar, dass ich das Evangelium anderen weitergeben und für Kranke beten wollte.“ Auch Mahmuds Frau und ihre Kinder wollten ihr Leben mit Jesus leben. Nach ihrer Taufe folgte die ganze Familie dem Missionar in eine andere Stadt. Dort arbeiteten sie in den nächsten 16 Jahren zusammen, um anderen Fulani die frohe Botschaft weiterzusagen. Fünf von Mahmuds Kinder entschieden sich später ebenfalls für diesen Dienst.

Mit Motorrädern ist es leichter, weit entfernte Stämme zu erreichen.
Mahmuds Sohn und Tochter arbeiten mit ihm zusammen, den Fulani die Gute Botschaft zu bringen.

Nicht nur für Weiße

Fulanis verhalten sich in einigen Regionen Christen gegenüber sehr aggressiv. Vor allem im benachbarten Nigeria greifen sie immer wieder Dörfer an, oft gemeinsam mit der muslimischen Terrorgruppe Boko Haram. Doch Mahmud traf im Niger viele Fulani, die dem Evangelium gegenüber offen waren. Sein Sohn Umar, der eng mit seinem Vater zusammenarbeitet, hat dafür eine einfache Erklärung: „Je mehr Fulani hier Christen werden, desto mehr von ihnen erkennen, dass der Glaube an Jesus Christus auch etwas für die Fulani ist. Zuvor hatten sie lange geglaubt, dass das Christentum nur etwas für Weiße sei. Jetzt erleben sie, dass ihre eigenen Leute zu ihnen kommen, um ihnen von Jesus zu erzählen.“

Umar trifft bei seinen Missionseinsätzen viele Menschen, die schon seinem Vater begegnet sind. Früher lehnten sie ab, was Mahmud verkündete – aber jetzt bringen sie seinem Sohn Umar ihre Kranken, damit er für sie beten kann. Und Gott wirkt Wunder.

Beleidigt und vertrieben

Wenn Menschen zum Glauben kommen, hat das oft seinen Preis. Mahmud und sein Familien-Team sagen den neubekehrten Christen oft, dass sie mit Verfolgung rechnen müssen: „Wenn Christus selbst verfolgt wurde, ist es nur logisch, dass seine Nachfolger das auch erleben.“ Sie kennen viele Fulani, die außerhalb Nigers wohnen und dort Ablehnung und Verfolgung erfahren, wenn sie zum Glauben an Jesus kommen. Druck wird vor allem durch die eigene Familie ausgeübt. Viele werden aus ihrem Zuhause vertrieben. Auch Mahmuds eigene Familienmitglieder kennen Verfolgung.

Eine seiner Töchter, Binta, lebte mit ihrer Familie einige Jahre in Nigeria. Ihr Mann Yakubu arbeitete an einer Tankstelle. Erst beschimpfte und beleidigte sein Chef ihn, dann zahlte er ihm kein Gehalt mehr. Eines Tages sagte er beiläufig, dass es sein könnte, dass Yakubu und seine Familie bei einem Feuer in ihrem Haus sterben könnten. Daraufhin zogen sie zurück nach Niger. Kadiatou, ein anderes Familienmitglied, wurde zusammen mit ihrem Mann aufgrund ihres Glaubens aus ihrem Haus vertrieben. Unser Partner vor Ort konnte der Familie dabei helfen, ein neues Haus zu finden. „Diese Umstände haben mich Jesus näher gebracht“, sagt Kadiatou heute.

Obwohl es riskant ist, sind Mahmud und seine Familie weiterhin im Einsatz für das Evangelium. Durch unseren HMK-Partner werden sie mit Hörbibeln und Motorrädern unterstützt, um noch mehr Dörfer erreichen zu können. Besonders die Hörbibeln sind ein Segen, denn die meisten Fulani sind Analphabeten. Wenn sie das Wort Gottes in ihrer eigenen Sprache hören, ist ihre Offenheit größer.

Mahmud wird langsam älter, eines Tages werden seine Kinder seinen Dienst weiterführen. Doch noch hat er nicht die Absicht, aufzuhören. Mahmud will das Evangelium verkünden, so lange es ihm Gott möglich macht.

„Wenn Christus selbst verfolgt wurde, ist es nur logisch, dass seine Nachfolger das auch erleben.“

Bitte beten Sie!

Mahmud bittet um Gebet für den Dienst seiner Familie, für Kraft und Leitung im Heiligen Geist, damit noch viele Fulani Jesus begegnen können.

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