Menschen von Jesus erzählen
Südostasien

Menschen von Jesus erzählen

Ly A Pao ist ein mutiger Mann und voller Hingabe im Dienst für Jesus. Er nimmt den Auftrag Jesu „Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker“ sehr ernst. Wegen der Verkündigung des Evangeliums wurde er wiederholt inhaftiert, gedemütigt, geschlagen und gefoltert. Aber Pao lässt sich nicht einschüchtern. Seit seiner Bekehrung will er nur eins – das Evangelium unter die Leute bringen. Ly A Pao gehört zur Volksgruppe der Hmong. Als er das erste Mal wegen der Verkündigung des Evangeliums verhaftet wurde, war er gerade mal ein Jahr Christ gewesen. In seinem Heimatdorf, in dem nur 108 Familien wohnten, führte er innerhalb eines Jahres acht Familien zum Glauben an Jesus und traf sich regelmäßig mit ihnen in einem Hauskreis, um das Wort Gottes zu studieren. Für die einen war Pao so etwas wie ein Hoffnungsträger, den anderen war er ein Dorn im Auge. Schließlich geriet Pao in die Schusslinie der Regierung. Sie nahmen ihn fest.

Für Gott leuchten

Im Gefängnis ging es ihm nicht gut. Die Wärter schlugen ihn oft so lange, bis er das Bewusstsein verlor. Einmal trat ihm einer der Beamten mit dem Fuß so heftig in die Seite, dass ihm eine Rippe brach. „Es war schlimm, aber ich erinnerte mich an das Buch Daniel, besonders an Kapitel 12. Allein schon zu wissen, dass wir auf Erden zwar leiden, aber im Himmel belohnt werden, ist für mich ein Riesentrost. Also wollte ich vor allem eins: mit meinem Leben wie die Sterne für Gott leuchten“, erinnert sich Pao.

Nach seiner Entlassung zurück im Dorf, predigte Pao gleich wieder vom Reich Gottes. Sieben weitere Familien fanden zum Glauben an Jesus. Pao erreichte viele Herzen für das Evangelium, machte sich aber gleichzeitig viele Feinde unter seinen Landsleuten. Einige störten gelegentlich seine Straßenevangelisationen und drohten, ihn zu töten. Die Situation wurde immer mehr von Feindschaft geprägt, so dass Pao sich entschied, zusammen mit seiner Familie in ein anderes Dorf zu ziehen. Auch dort durfte er wieder etliche Familien zum Glauben an Jesus führen und eine Gemeinde gründen. Doch jemand meldete das den Behörden, woraufhin Pao erneut verhaftet wurde. Dieses Mal wurde er nicht nur von den Gefängniswärtern geschlagen, sondern auch von den Insassen misshandelt. Sie demütigten und verspotteten ihn wegen seines Glaubens. Es gab Misshandlungen und Übergriffe, in deren Folge Pao einen Handgelenkbruch erlitt.


DIE HMONG

sind eine Volksgruppe, die in Ost- und Südostasien beheimatet ist. Sie leben überwiegend in den bewaldeten Berggebieten des südlichen China, in Laos, Vietnam und Thailand. Als Bauern leben sie vor allem von der Landwirtschaft. In China bilden sie mit 15 Millionen Menschen die fünftgrößte ethnische Gruppe.

Standhaft im Glauben

Zwei ganze Jahre ging das so, bis Pao endlich auf freien Fuß kam. Aber die Regierung blieb ihm auf den Fersen. Als Pao in sein Dorf zurückkehrte, erfuhr er von einigen Glaubensgeschwistern, dass seine Frau aus Sicherheitsgründen mit ihren Kindern weggezogen war. Zwei Kinder waren inzwischen gestorben. Diese Nachricht erschütterte Pao. Trotz seiner Trauer half er in der Gemeinde und im Verkündigungsdienst. Eines Tages konnte er auch endlich wieder seine Familie in die Arme schließen.

Weitere Familien kamen zum Glauben an Jesus – was dann zu Paos dritter Verhaftung führte. Wieder wurde er im Gefängnis geschlagen. Aber er ließ sich nicht einschüchtern und sagte den Justizvollzugsbeamten: „Ganz gleich, was ihr mir antut, es wird mich nicht davon abhalten, die frohe Botschaft zu predigen. Ich werde das Evangelium allen verkünden, damit sie Vergebung ihrer Sünden empfangen. Ich fürchte mich nicht vor dem Tod.“ Weil Pao so standhaft im Glauben blieb, sperrten ihn die Beamten nackt in eine kalte und dunkle Zelle und machten sich über ihn lustig. Einmal kam einer der Polizeibeamten in Paos Zelle, prügelte auf ihn ein und schlug ihm dabei mehrere Zähne aus. Dann forderte er Pao auf, vor ihm niederzuknien. Aber Pao weigerte sich und sagte: „Ich werde vor keinem Menschen auf die Knie fallen. Ich gehe nur für meinen Herrn Jesus Christus auf die Knie, denn er allein verdient Ehre und Anbetung“. Zwei Wochen später wurde Pao unvermittelt freigelassen. Ein Wunder. Mit Prellungen und Beulen am ganzen Körper kehrte er heim. Kaum war eine Woche vergangen, nahm Pao Kontakt zu einer Bibelschule auf. Dort lernte er unseren HMK-Partner kennen, der ihm Bibeln und andere christliche Literatur für seinen Dienst zur Verfügung stellte. Außerdem verhalf er Pao auch zu einer zahnmedizinischen Behandlung.

Herr, schenke, dass ich Dir treu folge

Heute, zehn Jahre später, predigt Pao im Alter von 75 Jahren immer noch die frohe Botschaft, auch wenn es ihm wegen seiner körperlichen Gebrechen schwerfällt: „Ich merke, dass ich alt geworden bin. Meine Ohren hören nicht mehr gut und ich spreche sehr undeutlich. Aber mein Herz schlägt nach wie vor für das Evangelium. Ich kann einfach nicht zu Hause herumsitzen, ich will raus und den Menschen von Jesus erzählen“, sagt Pao. Zwar ist Pao seit seiner letzten Inhaftierung Verfolgung erspart geblieben. Doch viele Christen unter der Volksgruppe der Hmong berichten ihm, dass sie starken Widerstand wegen ihres Glaubens erleben. Überhaupt nehme der Druck von Seiten der Regierung auf Christen und Kirchen immer mehr zu, erzählt Pao.

Trotz all der Verfolgung und dem Leid will Pao bis zum Ende seines Lebens ein Zeugnis für die Wahrheit Jesu Christi sein. „Ich habe keine Angst vor dem Tod. Ich bete immer: Herr, schenke, dass ich Dir treu folge bis in den Tod“, bekennt Pao. 


Bitte beten Sie mit

für Pao, dass Gott ihm Kraft schenkt, treu zu bleiben und dass er noch viele Menschen mit dem Evangelium erreichen kann.



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