Hoffnung in großer Not
Libanon

Hoffnung in großer Not

Dr. Camille Melki leitet eine Organisation, die syrischen und irakischen Flüchtlingen im Libanon hilft. Artikel ansehen

Ausgabe Juli 2019

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Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind."

Römer 8,28

 

Liebe Leser,

Camille Melki wurde im Libanon geboren. Als er neun Jahre alt war, brach der Bürgerkrieg in seiner Heimat aus. Er dauerte rund 15 Jahre. Camilles Kindheit und Jugend wurde so von Gewalt und Terror geprägt. Sein Elternhaus wurde zerstört. Ständig war er mit seiner Familie auf der Flucht. Es wurde auf ihn geschossen. Liebe Menschen aus seinem Umfeld wurden entführt und getötet.

Diese Erfahrungen haben Camille geprägt. Aber er wurde darüber nicht verbittert. Im Gegenteil, gerade weil er den Krieg am eigenen Leib erfahren musste, setzt er sich heute für die vielen Flüchtlinge, die aus dem benachbarten Syrien in seine Heimat strömen, ein. Er versorgt sie durch die von ihm gegründete Organisation mit dringend benötigten Dingen wie Lebensmitteln und Hygieneartikeln. Und er nimmt sich Zeit. Er und seine Mitarbeiter setzen sich zu den traumatisierten Flüchtlingsfamilien, hören zu, trösten – und erzählen ihre eigene Geschichte. Sie berichten, wie Jesus ihnen in schweren Zeiten beigestanden hat. Und wie er ihnen geholfen hat, zu vergeben, und sie so davor bewahrt wurden, an den schlimmen Erlebnissen zu zerbrechen.

Camille Melki hat viel aushalten müssen in seinem Leben. Aber was an seiner Persönlichkeit so hervorsticht, ist nicht das Maß an Leid, das er zu ertragen hatte, sondern die Liebe, die er jetzt anderen zuteilwerden lässt. Was beeindruckt, ist, wie Jesus an seinem Herzen arbeiten konnte, so dass er nun die Barmherzigkeit seines Herrn widerspiegeln kann. Der Herr kann aus Leid Gutes erwachsen lassen.

Viele Christen haben das durch größte Not hindurch erfahren. Einer von ihnen war der deutsche Theologe Dietrich Bonhoeffer, der schrieb: „Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen. Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein. Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten. Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Fatum ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.“

Über dem Schweren, das wir ebenso erfahren können, wollen wir mit Bonhoeffer und unzähligen anderen vertrauen, dass Gott es wirklich gut macht – auch in unserem Leben. Von unseren bedrängten Geschwistern, von Menschen wie Camille Melki, können wir lernen, zu vergeben und Barmherzigkeit zu zeigen. Es gibt schließlich auch um uns herum Menschen, die sich nach Liebe und Barmherzigkeit sehnen. Lassen sie uns unsere Möglichkeiten nutzen, um denen zur Seite zu stehen, die jetzt auf unsere Hilfe angewiesen sind.

Ihr

Manfred Müller

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