Treu im Glauben
Mongolei

Treu im Glauben

Der 15-jährige Isaac wurde christlich erzogen. Als die Regierung seiner Mutter die Witwenrente strich, nur weil sie Christ ist, stand er plötzlich vor der Entscheidung: Muss ich die Schule abbrechen?

Isaac wuchs in einem kleinen Dorf im Inneren der Mongolei auf. Er war erst zehn Jahre alt, als sein Vater starb, zwei Jahre später verlor er auch die Großeltern. Seitdem waren er und seine Mutter auf sich allein gestellt.

Seine Mutter bestellte das Feld und arbeitete hart für wenig Lohn. Gleichzeitig diente sie treu ihrer Gemeinde: Isaacs Mutter war eine der drei Hauptverantwortlichen einer Untergrundgemeinde mit etwa 60 Mitgliedern. Die meisten von ihnen waren mittellose Bauern.

In der Mongolei ist es jedoch illegal, in der eigenen Region den christlichen Glauben zu praktizieren. Die Regierung droht allen, die sich in solchen Untergrundgemeinden versammeln mit Konsequenzen. Es gäbe ja schließlich die staatliche Drei-Selbst-Kirche, der man sich anschließen könne.

Die Mongolei ist ein Hochland und dünn besiedelt. Aufgrund der großen Entfernungen ist es schwierig, die Menschen über den christlichen Glauben zu informieren

Sanktionen für Christen

Als sie sich weigerten das zu tun, strich der Parteisekretär Isaacs Mutter die offizielle Witwenrente und warnte andere Dorfbewohner, nicht auf die Idee zu kommen, die Mutter und ihren Sohn zu unterstützen. Dann bekamen sie Besuch von einem Mitarbeiter unserer internationalen Partnerorganisation VOM (The Voice of the Martyrs) aus Peking. Isaac konnte ihm erzählen, wie schwer das Leben für sie war.

Mongolin mit Kind: In der Mongolei ist es illegal, in der eigenen Region den christlichen Glauben zu praktizieren.

Armut zwingt zum Schulabbruch

„In dieser Zeit habe ich nur darüber nachgedacht, wie ich einen Job in einem Restaurant oder einem Geschäft bekommen könnte. Ich sah, wie meine Mutter so hart arbeitete, mehr als acht Stunden am Tag und immer noch bedürftigen Brüdern und Schwestern aus der Gemeinde half. Mein Herz machte mir Vorwürfe, ich konnte diese Situation nicht tatenlos mit ansehen. Deshalb beschloss ich, die Schule abzubrechen.“

Seit der VOM-Mitarbeiter das letztes Jahr mitbekommen hat, stellt VOM Gelder zur Verfügung, damit Isaac und seine Mutter die Schulgebühren bezahlen und den Lebensunterhalt bestreiten können. Damit gehen beide Seiten ein hohes Risiko ein, denn für die Familie ist es ja gesetzlich verboten, Unterstützung von außerhalb anzunehmen.

Nur durch die gemeinschaftliche Unterstützung konnte Isaac weiter zur Schule gehen. Er strengt sich sehr an und arbeitet hart und durfte schon die Früchte seiner Arbeit sehen: Im Sommer gewann er einen Mathematikwettbewerb an seiner Schule. Wenn er mit der Highschool fertig ist, möchte er gerne auf eine Bibelschule gehen.

Rasantes Gemeindewachstum

In den letzten 25 Jahren wuchs die Christenheit in der Mongolei immens. Längst besteht nun eine evangelische Allianz im Land. Und der Aufbruch dürfte weitergehen. Im Hinblick auf die prozentualen Wachstumsraten lässt sich die protestantische Mission in einem der sonnigsten und kältesten Länder der Erde als eine Erfolgsgeschichte ersten Grades einstufen; schreibt William Yoder, Pressesprecher der „Russischen Evangelischen Allianz“. Je nach Quelle hat es 1990 erst vier bis vierzig Christen in der Mongolei gegeben. Inzwischen wird die Zahl der Protestanten auf 50.000 beziffert, also rund zwei Prozent der Einwohner. Die Evangelische Allianz in der Mongolei hat das Ziel, dass im Jahre 2020 zehn Prozent der Bevölkerung Christen sind. (Autor: Daniel Gerber/Quelle: jesus.ch)

Obwohl es verboten ist, den christlichen Glauben zu praktizieren, treffen sich immer mehr mongolische Christen zum Bibelstudium

Anteilnehmen und Lernen

„Stimme der Märtyrer“ – Das Magazin der Hilfsaktion Märtyrerkirche

Das Magazin gibt den um ihres Glaubens Willens verfolgten und bedrängten Christen eine Stimme durch ...

  • authentische Berichte von Glaubensgeschwistern,
  • ergreifende Reportagen über ungewöhnliche Erlebnisse,
  • interessante Länder-Infos und
  • aktuelle Gebetsanliegen.
Das alles und noch viel mehr finden Sie monatlich auf zwölf Seiten, die herausfordern und Mut machen.

Jetzt kostenlos abonnieren
Jetzt abonnieren