Gottes Ruf folgen
Indonesien

Gottes Ruf folgen

Johannes Tarigan kam mit 16 Jahren zum Glauben an Jesus Christus. Nach einem schweren Unfall stellte Gott ihn wieder her – und in den Dienst. Fortan war es seine Berufung, Menschen von Jesus zu erzählen. Im Laufe seines Dienstes erlebte er immer wieder Bedrängung, Bedrohung und Verfolgung. Aber Johannes folgt bis heute Jesus treu nach und ist bereit, sein Leben für seinen Herrn zu lassen.

Johannes war ein ganz normaler Teenager. Vormittags schwänzte er schon mal die Schule und spielte lieber Fußball oder Volleyball. Nachmittags half er seinem Vater bei der Arbeit. Eines Tages re- parierte er den Wagen seines Vaters. Als sich der Wagenheber löste, wurde Johannes unter dem Fahr- zeug schwer verletzt. Bewusstlos wurde er in ein Krankenhaus eingeliefert. Als er wieder zu sich kam, konnte er sich nicht bewegen. Er war gelähmt. Die Ärzte gaben ihm noch einen Monat. Verzweifelt suchten seine Eltern Hilfe bei Heilern und Schama- nen, aber die konnten nichts für ihren Sohn tun. Schließlich waren die Eltern bereit, alle Geräte ab- schalten zu lassen. Sie konnten sich die Kosten nicht leisten. Doch Gott hatte einen anderen Plan für Johannes. Er sollte „nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werke verkündigen“ (Psalm 118, 17).


„Du hast es mit Ärzten, Heilern und Schamanen versucht. Versuch es doch mit Jesus!“

Versuch es doch mit Jesus!

Eines Tages kam ein Seelsorger zu Johannes ins Krankenhaus. Der Seelsorger sah Johannes voll Mitleid an und bat ihn: „Du hast es mit Ärzten, Heilern und Schamanen versucht. Versuch es doch mit Jesus!“ Da bat Johannes seine Eltern, ihn in eine Kirche zu bringen. Dort gab Johannes Gott ein Versprechen: „Herr, wenn Du mich wiederherstellst, will ich zu Deiner Ehre leben und gerne bis an mein Lebensende die Toiletten in dieser Kirche putzen.“ Bereits am nächsten Tag ging es Johannes besser. Ein halbes Jahr später war er wiederhergestellt. Sein Leben gehörte jetzt Gott. Überwältigt von dem Eingreifen Gottes fand nach und nach auch seine ganze Familie zum lebendigen Glauben an Jesus und brach mit den animistischen Praktiken. Und für Johannes war eines klar: Gott wollte ihn in seiner Heimat noch gebrauchen. Aber zuerst musste er sich um die Toiletten in der Gemeinde kümmern. Doch Gott hatte Größeres mit ihm vor. Als Johannes mit 20 anfing zu studieren, machte er es sich zur Aufgabe – gleich, wo er unterwegs war – mit den Menschen über Jesus und sein Zeugnis zu sprechen. Viele von ihnen nahmen die frohe Botschaft mit Freuden auf. In einem Dorf fanden sechs Familien gleichzeitig zum Glauben an Jesus. Doch im mehrheitlich muslimischen Indonesien blieb seine Nachfolge nicht ohne Konsequenzen.

Verfolgung um Jesu Willen

Eines Tages, als Johannes unterwegs anderen Reisenden sein Zeugnis erzählte, sprachen ihn Polizisten an und untersagten ihm zu predigen. „Tu das nie wieder. Wir wollen nichts von dieser fremden Religion wissen. Wenn wir nicht vom gleichen Stamm wären, würden wir dich verhaften“, sagte einer der Polizeibeamten. Doch der Einschüchterungsversuch entmutigte ihn nicht. Denn er war sich von Anfang an darüber im Klaren, dass die Jesus-Nachfolge riskant war: „Uns ist vorausgesagt, dass wir verfolgt werden um Jesu willen. So lesen wir in der Apostelgeschichte, dass Paulus, nachdem er in Philippi vom Reich Gottes gepredigt hatte, im Gefängnis landete.“

Eines Sonntagmorgens wurde eine Gemeinde, in der Johannes gerade war, von extremistischen Muslimen überfallen. Die Islamisten traten die dünnen Holzwände der Kirche ein, zerstörten die Kanzel, stießen die Bänke um und beschädigten das Auto der Gemeinde. Aus Angst um ihr Leben rannten die Gläubigen davon. Nur die Frau des Pastors stellte sich den Angreifern. Unterstützt wurde sie von Johannes. „Die Angreifer bedrohten sie mit einem Messer und nötigten sie ein Papier zu unterschreiben, in dem stand, dass die Gemeinde alle Gottesdienste einstellen wird. Nachdem die Angreifer verschwunden waren, haben wir die Polizei angerufen, doch die hat nichts unternommen“, erinnert sich Johannes.

Das Gottvertrauen von Johannes wurde dadurch nicht erschüttert. Nach seinem Studium übernahm er die Leitung einer Bibelschule. Diese Bibelschule bildet jedes Jahr 40 bis 50 Missionare aus, die dann ausgesandt werden, um Gemeinden zu gründen. „Ich sage den Bibelschülern immer wieder: ‚Ich weiß nicht, was auf euch zukommt. Vielleicht hat Gott euch berufen, einen Märtyrertod zu sterben.‘ Aber sie sind bereit, notfalls alles auf sich zu nehmen“, erzählt Johannes.





Bitte beten Sie mit uns

für die Bibelschüler und Missionare in Indonesien, dass sie weiterhin treu an Jesus bleiben und viel Frucht bringen.

Wir verbrennen dich, deine Familie, deine Gemeinde

Nach dem furchtbaren Tsunami von 2004 halfen Johannes und sein Team beim Wiederaufbau. In den betroffenen Gebieten gilt die Scharia, das islamische Religionsgesetz. Johannes und sein Team bauten dort Wohnhäuser und andere Gebäude wieder auf und brachten den Menschen in ihrer Not auch das Evangelium. Das missfiel den islamischen Fundamentalisten, und so zwangen sie Johannes, eine Erklärung zu unterzeichnen: „‚Wenn Du etwas machst oder sagst, was uns stört, werden wir Dich, Deine Familie und Deine Gemeinde verbrennen‘. So ist das in Indonesien“, erklärt Johannes. „Verfolgung und Bedrängung sind Teil unserer Berufung. Wenn Gott uns beruft, dann folgen wir glücklich seinem Ruf, egal, wohin es geht. Wichtig ist nur, dass Jesus mitgeht.“

Immer wieder begegnen die Bibelschüler und die Schule dem abgrundtiefen Hass radikaler Gruppierungen. Im September letzten Jahres wurde die Schule von einem großen Mob gestürmt. Dann wurde ein Bibelschüler von Extremisten auf der Straße fast totgeschlagen. Aber er überlebte und blieb unbeirrt an Jesus dran. „Verfolgung zu erleben, ist zwar für den Moment sehr hart, aber man lernt auch, Gott mehr zu vertrauen und die Hände zu falten, damit er einen beschützt“, meint Johannes.

„Ob wir den Märtyrertod sterben, hängt allein von Gottes souveränem Willen ab. Wir verstehen nicht, warum der eine sterben muss und der andere nicht. Jeder hat seine eigene Berufung. Fast alle Apostel von Jesus mussten den Märtyrertod sterben. Ich glaube, es ist auch meine Berufung“, sagt Johannes.



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