Bekehrung statt Auftragsmord
Somalia

Bekehrung statt Auftragsmord

Ahmad – ein hochgebildeter und erfolgreicher Geschäftsmann aus einer islamischen Nation – erzählt. „Als unsere Familie erfuhr, dass mein Bruder den Islam verlassen hatte, um Christus anzunehmen, wurde ich beauftragt, meinen Bruder zu töten. Dieser war mittlerweile in die USA geflohen.“

Dieses Bekenntnis mag auf viele schockierend wirken. Die Mitarbeiter unserer internationalen Partnerorganisation hingegen überrascht es nicht. Sie hören Ähnliches immer wieder von ehemaligen Muslimen. Ahmad erzählte, wie er seinen Bruder in den USA aufsuchte, um ihn zu töten. Aber wie durch ein Wunder wurde diese Tat durch ein Werk Gottes in seinem Herzen verhindert.

Anstatt seinen Bruder umzubringen, folgte Ahmad schließlich dem Beispiel seines Bruders und wurde Christ. Der HMK-Partner war in mehrere Fälle involviert, in denen Muslime versucht haben, ein „abtrünniges“ Familienmitglied zu töten. Was an diesen Berichten auffällt, ist die Überzeugung der Verfolger, mit ihrer Tat Allahs Willen zu erfüllen. Hier spiegelt sich wider, was in Johannes 16,2 vorhergesagt wurde:

„… Es kommt aber die Zeit, dass, wer euch tötet, meinen wird, er tue Gott einen Dienst.“ Die HMK und ihre internationalen Partner unterstützen muslimische Konvertiten in vielen Ländern. In den letzten 30 Jahren haben viele muslimische Konvertiten einen hohen Preis dafür bezahlt, den Islam verlassen zu haben. Welchen Preis sind wir bereit für unseren Glauben zu zahlen?

Auch der Somalier Abdi stand vor dieser Frage. Als er 17 Jahre alt war, wurde sein Vater von der somalischen Islamisten-Miliz al-Shabab getötet. Daraufhin floh Abdi nach Uganda, wie mittlerweile fast zwei Millionen andere Somalier …

Die Karte zeigt die Situation in Somalia im November 2016. Die sunnitischen Fundamentalisten der Schabab- Miliz kämpfen in dem Land am Horn von Afrika für die Errichtung eines sogenannten Gottesstaats 

„Muslimisches Umerziehungslager“

Abdi war auf der Suche nach Lebenssinn. Mehr zufällig traf er im Internet auf somalische Christen. Doch sein Cousin bemerkte Abdis Interesse für das Christentum. Abdi war von seinem Cousin finanziell abhängig. Der schickte Abdi in ein Internat speziell für Muslime. Abdi war zunächst nicht klar, dass er in einem „muslimischen Umerziehungslager“ gelandet war.

Er musste harten Drill erleiden – und Folter. Jeden Morgen um 5 Uhr gab es ein Morgengebet, er wurde angeschrien und sollte unter Schlägen seinem christlichen Glauben abschwören. Bald weigerte sich Abdi, an der Schule zu bleiben. Sein Cousin schien dem Wunsch zuzustimmen. Doch zu Abdis Überraschung drängte ihn sein Cousin zu einer Reise an die kenianische Küste.

Abdi sollte in einem Boot nach Somalia zurück. Er sollte nun gezwungen werden, in Somalia zum Islam zurückzukehren. Abdi floh erneut nach Uganda, und diesmal war er allein. Doch er fand Arbeit und konnte genug sparen, um sich den Unterricht an einem christlichen Gymnasium leisten zu können.

Mit E-Mails und Skype zum HERRN

Doch auch nach dem Abitur war Abdi ohne wirkliche religiöse Überzeugung. Und seine spirituellen Sehnsüchte verblassten angesichts der täglichen Herausforderungen. Aber dann begegnete er einem christlichen Schulfreund. „Ich habe ein Buch für dich“, sagte der Freund und zog eine Bibel heraus. Abdi wollte zunächst nichts davon wissen, doch dann begann er zu lesen. Schon bald suchte er abermals im Internet Kontakt mit somalischen Christen. Die E-Mails und Skype-Unterhaltungen führten Abdi immer näher zum HERRN. Mit 28 Jahren wurde er Christ. Er wusste, dass es kein Zurück mehr gibt.

Als Abdi nun nicht mehr in die Moschee ging, wurde er von der Kanzel aus denunziert. Imame boten jedem eine Belohnung an, der Abdi umbringen würde. Eines Abends hielten ihn seine Nachbarn auf dem Weg nach Hause auf. Sein Cousin und eine Gruppe von Männern seien auf der Suche nach ihm, um ihn zu töten. Abdi wechselte nun häufig seine Wohnung. Er war willens, alles aufzugeben, um Jesus zu folgen.

Abdi (r.) mit Pastor Norman. Abdi hat eine vergleichsweise helle Haut. So ist er als Flüchtling in Uganda leicht als Somalier erkennbar – und wird stigmatisiert. Somalia ist ein islamischer Terrorstaat.

Große Skepsis gegenüber somalischen Christen

Nun begann die härteste Zeit seines Lebens. Die somalische Gesellschaft lehnte ihn ab, weil er ein Christ war. Und den Christen war er suspekt, weil er Somalier war. Somalier gelten als potenzielle Terroristen. Die Islamisten der Organisation al-Schabab haben weite Teile Somalias unter Kontrolle. Das brutale Regime schließt Kinos und verübt Steinigungen. Isoliert von seiner Umwelt begann Abdi sich zu fragen, ob sein Glaube es wert war, all die Diskriminierungen zu ertragen.

Fürsprache des geistlichen Mentors

Aber dann begegnete er Pastor Norman. Dieser tat seinen Dienst an der Grenze zu Uganda, einer Region, die zunehmend vom Islam beeinflusst wird. Etwa drei Jahre lang war Norman Mentor für Abdi und kümmerte sich um dessen geistliches Wachstum als Christ. Und dann half er ihm auch noch, sich bei einem Missionsausbildungsprogramm zu bewerben. Das Institut lehnte zunächst ab, aus Angst, dass hinter dem konvertierten Somalier ein islamistischer Spion stecken könnte.

„Mein Leben gehört Gott“

Doch nach der Fürsprache von Norman durfte Abdi ein mehrmonatiges Missions-Training beginnen, dem drei weitere Monate aktiver Missionsarbeit folgten. Abdi wusste, dass er seine Berufung gefunden hatte. Nach dem Programm schloss er sich dem Lehrpersonal an und ist nun Ausbilder junger Studenten aus aller Welt.

Abdi erhält häufig Todesdrohungen – auch von seinem Cousin. „Mein Leben gehört Gott“, sagt Abdi, „und wenn er will, dass ich lebe, werde ich leben“.

Konvertiten und neue Medien

„Ich habe eine sogenannte Call-in-Sendung im arabischsprachigen Fernsehen“, sagt Bruder Rachid. „Sie wird über Satellit in ganz Nahost und Nordafrika ausgestrahlt. Ich nenne sie „Gewagte Fragen“. In der Sendung debattiere ich live mit Muslimen. Dabei bekomme ich Anrufe aus der ganzen muslimischen Welt. Viele der Anrufer bezeugen ihre Entscheidung für Jesus Christus als ihren Herrn live on air. Es ist eine Welle, die jedes Jahr stärker wird.“

Bruder Rachids TV-Sendung

https://bit.ly/2GSFuA3

Seit 2005 moderiert Rachid TV‐Shows, die das Christentum mit dem Islam vergleichen, darunter 55 Episoden „Unveiling the Mask“ (Den Schleier lüften) und fast 400 Live‐Episoden „Daring Questions“ (Gewagte Fragen)

Rachid hat mit seinen TV-Shows eine Welle von Bekehrungen unter Muslimen ausgelöst
Im Taufgottesdienst predigt Pfarrer Martens viel auf Farsi und ein wenig auf Deutsch

Konvertiten in Deutschland

Viele Kirchen, darunter auch viele Freikirchen, nehmen muslimische Konvertiten auf. Pastor Gottfried Martens von der Evangelisch-Lutherischen Dreieinigkeits-Gemeinde in Berlin-Steglitz etwa hat mittlerweile weit über tausend Iraner und Afghanen getauft. Martens führt mehrmonatige Taufkurse durch, an deren Ende eine Taufprüfung abgelegt werden muss. Wer nicht überzeugt, wird nicht getauft.

Anteilnehmen und Lernen

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