Ich muss da sein, wo sich die  Gemeinde trifft
Libanon

Ich muss da sein, wo sich die Gemeinde trifft

Über zehn Jahre dauert der Bürgerkrieg in Syrien mittlerweile an. Am Anfang stand der sogenannte arabische Frühling. Geblieben sind Grauen und Leid, vor denen inzwischen Millionen Syrer geflohen sind – viele in den benachbarten Libanon. Dort leben heute über sechs Millionen Menschen, von denen etwa ein Drittel Flüchtlinge sind. Die meisten aus Syrien.

Wandas Familie ist eine der unzähligen Flüchtlingsfamilien. Dem Elend des Krieges konnten sie entkommen, der Ungewissheit nicht. Im Libanon sind so viele Menschen gestrandet, wie würde es ihnen ergehen?

Der Krieg in Syrien hat Wandas Familie zerrissen und die Zukunftsaussichten extrem verschlechtert. Dabei war das Leben für sie schon vor dem Krieg alles andere als einfach. Seit der Herzerkrankung ihres Mannes Fawad musste Wanda die Familie mit den fünf Kindern versorgen. Und nun auch noch die Flucht…Aber Hauptsache: raus aus dem Kriegsgebiet.

Am absoluten Tiefpunkt

Im Libanon angekommen wurden sie zusammen mit zahlreichen anderen Flüchtlingen in einer improvisierten Unterkunft untergebracht. Endlich in Sicherheit waren sie doch mit ihrem Leben an einem absoluten Tiefpunkt angekommen. In dieser Situation erfuhr Wanda von einer Organisation, die sich um Flüchtlinge kümmert – unser HMK-Partner.

Schon der erste Kontakt zu unserem Partner war für Wanda mehr als nur ein Lichtblick: Endlich konnte sie mit jemandem über die schwierige Situation ihrer Familie reden und die so dringend benötigte Unterstützung bekommen. Aber damit nicht genug: Es geschah noch etwas viel Wichtigeres und für Wanda völlig Unerwartetes: Sie erfuhr von Jesus!

Gott ist nicht weit weg

Eine Mitarbeiterin unserer Partnerorganisation erklärte Wanda, dass es etwas gab, das sie noch viel nötiger bräuchte als materielle Unterstützung: Jesus! Und dann erzählte sie Wanda, wie sie selbst die Liebe Jesu erfahren hatte und warum sie das motiviert, sich für andere einzusetzen: „Wir wollen Jesu Liebe weitergeben, darum haben wir diese Organisation gegründet.“ Schließlich fragte die Mitarbeiterin Wanda, ob sie für sie beten dürfe. Das war das erste Mal, dass jemand für Wanda gebetet hatte. Wanda spürte: Gott ist nicht weit weg, er ist auch nicht ein Gott voller Zorn. Gott ist nah, ganz nahe.

Als Wanda zu ihrer Familie zurücklief, rollten ihr Freudentränen die Wangen herunter. Im Flüchtlingslager angekommen erzählte sie ihrer Familie von dem Erlebten und von der neu gefundenen Hoffnung in Jesus. Noch ganz erfüllt von allem erzählte Wanda auch ihren Nachbarn im Lager von Jesu Liebe, ebenso ihren Verwandten, die aus Syrien gekommen waren.

„Ich muss einfach da sein, wo sich die treffen, die an Jesus Christus glauben.“

Besuche sind wichtig für die persönlichen Kontakte.

„Ich sah die Veränderung in ihr“

Später besuchten die Mitarbeiter unseres Partners Wanda. Sie lernten ihren Mann und die Kinder kennen und beteten für Fawad und die ganze Familie. Am nächsten Sonntag erschien Wanda im Gottesdienst, der in einem der Flüchtlingslager stattfindet. Danach kam sie auch regelmäßig zu den Bibelstunden. Sie war hungrig nach einer Begegnung mit Jesus und wollte mehr erfahren, mehr lernen. Dabei war es für sie nicht einfach, zu den Versammlungen zu gelangen: „Ich habe kein Geld für den Bus“, sagt sie. Daher läuft sie jedes Mal fünf Kilometer, um an diesen Treffen teilzunehmen. „Aber das ist mir egal, ich muss einfach da sein, wo sich die treffen, die an Jesus Christus glauben.“

Nach einem Jahr hat sich ihre ganze Familie verändert. Auch Fawad geht inzwischen zu den Gottesdiensten. Er war neugierig geworden, nachdem Wanda sich so positiv verändert hatte. „Ich sah die Veränderung in ihr und wollte mit eigenen Augen sehen, was sie so verändert hatte. Vorher war sie immer traurig und hat oft genörgelt. Jetzt ist sie eine dankbare Frau, eine Frau, die betet, die Gott um Hilfe bittet und dann jedes Problem löst.“ Auch Wandas Nachbarn haben die Veränderung in ihrem Leben und ihrer Familie bemerkt und nach dem Grund gefragt. Fröhlich erzählte sie ihnen von der Hoffnung, die sie in Jesus gefunden hat.

Hoffnung, die mutig macht

Der Libanon garantiert Religionsfreiheit. Allerdings gelten unter den Flüchtlingen oft ganz eigene Regeln. Viele kommen aus Kulturen, in denen die Stammeszugehörigkeit und die Loyalität zur Sippe entscheidend sind. Da wechselt man nicht einfach seine Religion. Wird ein Muslim dann Christ, kann es zu Verfolgung kommen. Aufgrund dieser Gegebenheiten ist es einerseits wichtig, dass Christen weise vorgehen, andererseits aber auch darauf vorbereitet sind, dass es Widerstand aus den Reihen ihrer Landsleute geben kann.

Auch für Wandas Familie ist die Situation immer noch schwierig, aber ihre neugefundene Hoffnung in Jesus macht sie zuversichtlich und mutig. Sie weiß: Er kann wirklich helfen. „Wir wissen, dass wir Gott auf unserer Seite haben, und bei Gott ist kein Ding unmöglich.“ So ein Glaube ist ansteckend. Das Licht Jesu kann ja nicht verborgen bleiben.

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