An die Christen in Deutschland

"Wir müssen im Ernstfall zum Martyrium bereit sein."

Der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald), hat dazu aufgerufen, die Worte Jesu zum Martyrium ernst zu nehmen. Er sprach im Abschlussgottesdienst des 5. ökumenischen Kongresses „Christenverfolgung heute“ in Schwäbisch Gmünd. Abromeit zitierte die Aussage Jesu „Denn wer sein Leben erhalten will, der wird‘s verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird‘s finden“ (Matthäus 16,25).

Hier rede Jesu von der Bereitschaft, für seinen Glauben notfalls zu leiden und zu sterben. Das sei zwar der Extremfall, aber in einer solchen Situation „muss ich um der Nachfolge Jesu willen bereit sein, auch diesen Weg zu gehen“. Der Glaube, der das ganze Leben umfasse, sei etwas anderes als die „Wohlfühlreligion, die wir heute manchmal auf Kirchentagen oder bei manchem Wort zum Sonntag hören“: „Es ist schon ernst gemeint, wenn Jesus sagt: Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir, der ist meiner nicht wert.“

In Syrien findet ein „Christozid“ statt

Abromeit ging ferner auf die Situation in Syrien ein. 1930 habe dort der Anteil der Christen 30 Prozent betragen. Vor fünf Jahren seien es vor dem Beginn des Bürgerkriegs noch acht Prozent gewesen und heute Schätzungen zufolge ein bis zwei Prozent. Das sei ein „Christozid“. Abromeit: „Es ist die große Gefahr, vielleicht ist sie nicht mehr aufzuhalten, dass die Christenheit aus dem Nahen Osten verschwindet. Dabei ist der Nahe Osten doch die Wiege des Christentums.“ Er rief auf, die Märtyrer, die in den vergangenen Jahren dort ermordet wurden, nicht zu vergessen: „Wenn wir uns diese Realitäten vor Augen führen, dann ist das Wort aus dem Petrusbrief – ‚Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge‘ (5,8) – keine Übertreibung. Das ist die Realität, vor der wir stehen.“

Es sind „widernatürliche Kräfte“ am Werk

Was sich im Moment an „widernatürlichen Kräften“ auf der Erde Bahn breche, sei ungeheuerlich: „Ja, es ist teuflisch, es ist mehr, als wir rational erklären können.“ Die Kräfte gäben sich einen religiösen Anstrich, seien aber Ausdruck eines unbegrenzten Bösen: „Nur Gott selbst kann und wird dieses Böse in seine Schranken weisen.“ Gott schreibe aber an vielen Orten auf dem Erdball seine Geschichte: „Es ist doch erstaunlich: Wo das Böse so stark ist, ist das Gute noch stärker.“ Noch nie sei die Kirche Jesu Christi stärker gewachsen als in unseren Tagen.

Christen wachsen nicht nach wie der Rasen

Zuvor hatte Abromeit in einem Interview mit dem Geschäftsführer des Christlichen Gästezentrums Schönblick, Martin Scheuermann (Schwäbisch Gmünd), im Gottesdienst gesagt, dass in Deutschland eine „nachvolkskirchliche Situation“ bestehe. Gleichzeitig gebe es aber noch die Meinung, „Christen wachsen nach wie der Rasen“. Das sei aber nicht so. Jeder Einzelne müsse gewonnen werden, die Botschaft von Jesus zu hören und dann seinen Weg mit ihm zu gehen: „Wir haben nie gelernt, wie man das richtig vermittelt.“ Das müsse zur inneren Mitte der Kirche werden: „Sonst werden wir als Kirche im 21. Jahrhundert nicht bestehen können.“

Quelle: idea

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