Nigeria

Welle der Gewalt nimmt kein Ende

Mehr als 300 Todesopfer hat eine Anschlagsserie am 20. Januar in der Stadt Kano im Norden Nigerias gefordert, berichtet unser Partner vor Ort. Es gab ca. 2o Explosionen unmittelbar nach dem Freitagabendgebet. Sie galten unter anderem Polizeigebäuden, zwei Einwanderungsbüros und dem örtliche Sitz der Geheimpolizei. Die HMK hilft mit medizinischer Versorgung den Opfern und stellt seelsorgerlichen Beistand.  

Die radikalislamische Sekte „Boko Haram“ bekannte sich zu den Anschlägen und bezeichnete sie als „Vergeltungsmaßnahmen” nach jüngsten Verhaftungen von Mitgliedern der Terror-Organisation. Die auch als „Taliban Nigerias“ bezeichnete Bewegung will einen islamischen Gottesstaat errichten. Die Behörden haben ein 24-stündiges Ausgehverbot über die Millionenstadt verhängt. Zahlreiche Christen sind aus Angst vor weiteren Anschlägen am Sonntag nicht in die Kirche gegangen.

Bereits in den vergangenen Wochen waren in dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas bei Anschlägen zahlreiche Menschen getötet worden. Die meisten Angriffe richteten sich gegen Christen im Norden Nigerias. Dieser Landesteil wird mehrheitlich von Muslimen bewohnt, während im Süden die Christen in der Mehrheit sind.

Terrorgruppe Boko Haram droht Christen mit Vernichtung und Vertreibung

Am 2. Januar hatte ein Sprecher die Christen in Form eines Ultimatums dazu aufgefordert, die überwiegend muslimischen Regionen des westafrikanischen Landes binnen drei Tagen zu verlassen. Im Gegenzug sollten Muslime aus dem mehrheitlich von Christen bewohnten Süden in den Norden ziehen. Staatspräsident Goodluck Jonathan verhängte daraufhin den Ausnahmezustand über vier Unruheregionen. Zehntausende von Menschen sind auf der Flucht. Mittlerweile befürchten beobachter eine Spaltung des Landes.

Anschläge zu Weihnachten

Am 25. Dezember waren laut offiziellen Angaben mehr als 40 Christen Anschlägen der radikal-islamistischen Sekte Boko Haram zum Opfer gefallen. Ein Partner der HMK vor Ort berichtet von über 200 Toten und Hunderten von Verletzten. In Madalla explodierte ein Sprengkörper in der katholischen Kirche St. Theresa während der Weihnachtsmesse, zwei weitere Kirchen wurden in Jos und Gadaka angegriffen. Auch mehrere Einrichtungen der Sicherheitsbehörden wurden attackiert.

„Bitte helft uns!“

Unser Partner bat uns um Hilfe: „Die Landesregierungen im Nordosten unterstützen die Scharia und verfolgen selbst islamistische Ziele. Nur die Kirche kann den vielen Christen helfen, von denen viele zu uns flüchten und schreckliche Geschichten erlebt haben. Sie brauchen wirklich Hilfe […] Medizin, Decken, Transportmöglichkeiten, seelsorgerliche Hilfe, Ermutigung und vor allem so grundlegende Dinge wie Wasser. Bitte kommt uns schnell zu Hilfe, wenn ihr könnt!“

Die ersten Spenden haben uns seit diesem Aufruf erreicht. Doch nach wie vor benötigen die Menschen in Nigeria unsere Hilfe. Wir wollen sie weiter ermutigen, trösten und ihnen mit unseren Hilfslieferungen zeigen, dass Christen in aller Welt an sie denken und für sie beten. Bitte unterstützen Sie uns dabei – und spenden sie weiter unter dem Stichwort SOFORTHILFE. Vielen Dank!

 

hmk/idea/welt online

 

 

Die St. Theresa Kirche
Losung für heute
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Mittwoch, 22. Februar 2012:
Losungstext:
Fürchte dich nicht, denn du sollst nicht zuschanden werden.
Jesaja 54,4
Lehrtext:
Christus spricht: Wenn man euch abführt und vor Gericht stellt, dann sorgt euch nicht im Voraus, was ihr reden sollt, sondern was euch in jener Stunde eingegeben wird, das redet. Denn nicht ihr seid es, die reden, sondern der heilige Geist.
Markus 13,11

Hilfsaktion Märtyrerkirche e.V. / Tüfinger Straße 3 / 88690 Uhldingen-Mühlhofen

Fon +49 (0) 75 56 - 92 11-0 / Fax +49 (0) 75 56 - 92 11 40 / info@verfolgte-christen.org