Editorial

Editorial

Das Editorial der aktuellen Ausgabe. Geistliche Impulse laden Sie ein, sich mit dem Schicksal verfolgter Christen zu beschäftigen.

Als die Armen, die doch viele reich machen


Bürgerkrieg in Syrien. Die radikalislamische ISIS im Irak. Boko Haram im Kampf gegen die Kirche in Nigeria. Verfolgung in Mexiko. Mariam im Sudan. Die Eindrücke erschüttern uns sehr, wie da die Christen leiden. Aber ist das eine neue Entwicklung?

Aus den dunklen Tagen der chinesischen Kulturrevolution erzählt ein früherer Anführer der Roten Garden Maos, wie sie überall im Land Christen jagten und öffentlich anklagten. Auch einen alten Prediger hatten sie aufgespürt. Er befahl den Rotgardisten, auf den alten Mann einzuschlagen. Je mehr sie schlugen, desto fester betete er: Vater vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie tun. Dieses Gebet ging in Erfüllung. Noch mitten in der Christenverfolgung bekehrte sich der Rotgardist und rief eine heimlichen christlichen Hausversammlung ins Leben. Daraus erwuchsen in kürzester Zeit 70 Hausversammlungen in fünf Ortschaften mit schließlich über 3000 Gläubigen. Gleichzeitig begann er mit Bibelkursen, aus denen 40 Gemeinde-Bibelschulen erwachsen sind.


Je mehr man sich heute mit der leidenden Kirche beschäftigt, um so weniger kann man die Worte von der strahlenden, mächtigen, wachsenden Kirche hören. Ist das nicht unsere Versuchung? Wir wollen Sieg, Wirkung, Erfolg in der Gemeinde. Aber wir sind nicht bereit, für dieses Ziel arm zu sein, zu sterben. Denn das bleibt die Grundordnung des Reiches Gottes: „Das Weizenkorn muss sterben, bevor es Frucht bringen kann.“ (Johannes 12,24).
In den schweren Jahren härtester Christenverfolgung in China trafen sich in Xining im Hochland von Tibet an der nördlichen Seidenstraße einige alte Frauen täglich zum Gebet. In nur 15 Jahren wuchs dort die Zahl der bekennenden Christen von 82 auf 6780. Ein Pastor erklärte: Das war das Gebet dieser Frauen.


Die Verfolgungen müssen unsere Gemeinden nüchtern machen. Gott entkleidet uns aller falschen Macht. Alle eingebildete Herrlichkeit nimmt er uns weg. Schwach und ohnmächtig stehen wir da. Das ist die Frucht der leidenden Gemeinde. Denn dort, wo die Märtyrergemeinde ganz arm ist, erlebt sie ihre Siege.


1927 wurde im Süden Abessiniens – wie damals Äthiopien hieß - die evangelische „Wort des Lebens“ Kirche gegründet. Als die Italiener 1937 das Land besetzten, mussten alle 19 Missionare das Land verlassen. Die ersten 50 einheimischen Christen gingen durch eine grausame Verfolgung mit schlimmen Folterungen. Wie ein Buschfeuer aber ergriff das Christuszeugnis viele Menschen. Als 1941 die Missionare zurückkehrten, waren aus den wenigen Christen 10.000 geworden.


Als 1971 ein marxistisches Militärregime den Kaiser Haile Selassie stürzte, begann eine brutale Christenverfolgung. Hunderte von Kirchen wurden geschlossen, unzählige Prediger und Gemeindeälteste waren in Haft. Dennoch trugen die bekennenden Christen das Evangelium von Jesus weiter. „Evangelisieren bleibt unsere wichtigste Aufgabe“, sagten die Leiter der „Wort des Lebens“ Kirche Äthiopiens auf dem Höhepunkt der Christenverfolgung durch das marxistische Revolutionsregime. Von morgens bis abends erklangen in den Gefängnissen die Lieder und die Mithäftlinge hörten das Evangelium von Jesus.


So geht es auch heute weiter in den Ländern der Märtyrer. Die große Herausforderung für uns wird sein von der bedrängten Gemeinde neu zu lernen was es heißt, als die Armen zu leben, die doch viele reich machen.
In diesem Heft bekommen Sie Anstöße und lesen Sie wichtige Informationen für das Gebet.


In der Fürbitte für die Verfolgten mit Ihnen verbunden


Ihr
Winrich Scheffbuch
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Pfarrer Winrich Scheffbuch gehört zum Vorstand der HMK. Pfr. Scheffbuch ist gerne bereit zu einem Dienst in Ihre Gemeinde zu kommen.

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Hilfsaktion Märtyrerkirche e.V. / Tüfinger Straße 3 / 88690 Uhldingen-Mühlhofen

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