Editorial

Editorial

Das Editorial der aktuellen Ausgabe. Geistliche Impulse laden Sie ein, sich mit dem Schicksal verfolgter Christen zu beschäftigen.

„Denn ich weiß, dass der Herr des Elenden Sache führen und den Armen Recht schaffen wird.“ Psalm 140,13

Liebe Freunde der Stimme der Märtyrer!

„Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!“ Dies waren die letzten Worte des ersten christlichen Märtyrers Stephanus, bevor er im Steinhagel seiner Verfolger starb. 

Unsere Titelgeschichte  (S. 6 – 8) handelt von Menschen, die auf das verbrecherische Tun der Verfolger nicht mit einer Vergeltungstat antworteten, sondern mit der Bitte um Vergebung. Einer dieser Christen ist Gilbert Hovsepian, dessen Vater im Iran grausam ermordet wurde. (Gilbert wird Gast unseres Missionstages sein. Mehr darüber auf S. 5)

Ist die Überwindung des Bösen mit Gutem das Geheimnis, warum die Gemeinde im Iran eine der am schnellsten wachsenden Kirchen der Welt ist? Indirekt gibt Richard Wurmbrand eine Antwort in dem Buch „Lebendige Glaubenserfahrung“ von Wolfgang Sutter. Er zitiert Wurmbrand, der im Rückblick auf seinen Leidensweg durch Gefängniszellen, Folter und Schmerz schreibt: „Nie zuvor habe ich so sehr erfahren, dass es Gott wirklich gibt, dass sein Sohn, Jesus Christus, unsere einzige Rettung ist, dass ein Leben nach dem Tod auf uns wartet, und dass nichts höher ist als die Liebe.“

Wer seinen Glauben nur unter Lebensgefahr praktizieren kann und mit Gefängnis, Folter oder Tod bedroht wird, der erlebt eine Zeit  persönlicher Erschütterungen, die er nur mit Gott bewältigt. Der Glaube gibt Kraft, egal wie die äußeren Umstände aussehen. Und diese Umstände sind insbesondere für Christen im Orient verheerend.

Dort „geraten die religiösen Minderheiten mehr und mehr zwischen die Fronten einzelner sich bekämpfender islamischer Gruppierungen (wie etwa im Irak) sowie zwischen die Mühlsteine säkularer beziehungsweise modernistisch ausgerichteter und islamistischer Kräfte (wie in Ägypten), die nicht selten von Saudi-Arabien [. . .] unterstützt werden“, so die Islamwissenschaftlerin Christine Schirrmacher. Im arabischen Bogen ist „ein stilles Sterben“ im Gange, schreibt unser Autor Peter Keller. (S. 9/10).

Dennoch es gibt in diesen Ländern Christen, die das Evangelium weitergeben - unter Lebensgefahr. Sie „säen unter Tränen“. Doch sie werden „mit Freuden ernten“, wie der Psalmist sagt. Gott „wird euch Kraft geben, sodass euer Glaube stark und fest bleibt und ihr nicht zu Fall kommt. Ihm gehört die Macht in Ewigkeit“, heißt es in 1. Petrus 5,10-11. 

Das Wissen um diese Zusage Gottes trägt durch sorgenvolle Zeiten, wie sie die Inderin Birili Digal erleben musste, über die wir auf Seite 2 berichten. Sie war direkt von schrecklichen Übergriffen betroffen und dennoch fordert sie (ähnlich wie der Märtyrer Stephanus) uns auf: „Betet für die, die uns bedrücken, dass sie Vergebung erlangen, und dass sie erkennen mögen, dass Liebe stärker ist als der Hass.“

Diese Stärke und Zuversicht wünsche ich uns und den bedrängten Geschwistern,


Ihr
Manfred Müller 

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Losung für heute
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Donnerstag, 23. Mai 2013:
Losungstext:
Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde. Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.
Jesaja 40,6.8
Lehrtext:
Christus spricht: Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht.
Lukas 21,33

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