Editorial

Editorial

Das Editorial der aktuellen Ausgabe. Geistliche Impulse laden Sie ein, sich mit dem Schicksal verfolgter Christen zu beschäftigen.

"Das Licht scheint in der Finsternis.“
Joh. 1,5

In den Weihnachtsliedern hören wir davon, dass die schönste Zeit im Jahr angebrochen ist; dass Kummer und Harm schweigen, und dass eine Zeit für uns angebrochen ist, die uns eine große Freude bringt.
Aber haben die Lieder Recht? Haben die Engel mit ihrer Verkündigung der großen Freude Recht? Hätten sie nicht zutreffender vom Unfrieden auf Erden reden müssen und davon, dass unter den Menschen kein Wohlgefallen herrscht? Statt Frieden erleben wir doch eine durch Terror verunsicherte Weltgemeinschaft.

Doch wer genau hinschaut, der erkennt, dass die Evangelien gar keine heile Welt beschreiben. Josef und Maria machten sich gezwungenermaßen auf den mühsamen Weg nach Bethlehem – obwohl Maria hochschwanger war. Keine heile Welt. Dann die Suche nach einem Quartier – Fehlanzeige. Keine heile Welt. Und dann die Flucht nach Ägypten wegen der Verfolgungswelle in Bethlehem. Keine heile Welt. Im Gegenteil, eine Geschichte wie aus unseren Tagen.

Mitten in dieser unheilen Welt von Bethlehem sagt der Engel die Wende an: „Euch ist heute der Heiland geboren.“ Jedem gilt diese frohe Botschaft. Einen Heiland – den brauchen wir. Da ist einer, dem ich alles anvertrauen kann, der mich retten kann, der mich liebt. Keiner ist ausgeschlossen. Jeder darf dieses Evangelium annehmen. Aber annehmen muss man es, denn der, der da geboren wird, dieser Heiland, der ist „Christus, der Herr".

Dieser hat auf dieser Erde selbst so viel an Elend und Leid zu spüren bekommen, dass ihm keine Not fremd ist. Sein Weg führte ihn durch absolute Erniedrigung und unvorstellbares Leid –  zu Sieg und Herrlichkeit. Weil dieser Jesus sogar noch den Tod überwunden hat – darum scheint ein ganz neues Licht in die Finsternis dieser Welt, auch in die Not dieser ersten Weihnacht.
Dieses Licht scheint in der Finsternis am Hellsten. Freunde haben uns aus Syrien berichtet. Die Gemeinde hatte gebetet, dass Gott Großes tun möge. Dann kam der Krieg und mit ihm Not und Verzweiflung – aber auch ein Fragen nach Gott. Die Freunde erzählten von ihrer Gemeinde. Vor dem Krieg kamen sonntags etwa 200 Besucher zu dem einen Gottesdienst. Heute feiert die Gemeinde täglich zwei Gottesdienste, also vierzehn in der Woche und es kommen wöchentlich rund 3.000 Menschen in die Kirche. Die Gemeinde kommt mit der Jüngerschaftsschulung kaum hinterher. Das Licht scheint in der Finsternis der Not in Syrien, im Irak und den anderen Ländern der Märtyrer.


Auch uns umgibt eine Welt in Not, eine verlorene Welt, eine Welt, die den Retter nicht kennt. Jesus kommt zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. ER ist der verheißene Messias, der erwartete Heiland der Welt, und deshalb singen und jubeln die Engel. Auch wenn das alles mitten in dieser Welt voll Leid und Elend stattfindet, so hat doch etwas Neues begonnen. Christ der Retter ist da.

Werden wir diese Weihnachtsbotschaft den Menschen um uns herum bringen? Die Christen in den Ländern der Märtyrer können uns darin ein Vorbild sein. Sie gehen ihren Weg im Schatten des Kreuzes und bringen das Evangelium einer Welt, die die Not spürt, aber den Weg heraus nicht weiß. Wir wissen ihn. Jesus ist der Weg, die Wahrheit, das Leben. Niemand kommt zum Vater, denn durch ihn.

Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit wünscht Ihnen,

Ihr
Manfred Müller

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