Vor einem Jahr haben Sie geheiratet, nun wurden sie gewaltsam voneinander getrennt: Samia’s* Ehemann sitzt unschuldig im Gefängnis. Die 19jährige Frau kann weder lesen noch schreiben. Auch Asif*, ihr Ehemann, ist Analphabet. Deshalb konnte er sie nicht warnen, als sie unwissend Seiten aus einem muslimischen Buch verbrannte. Die Papierfetzen lagen in ihrem Haus, Vormieter hatten sie liegengelassen. Samia benutzte den vermeintlichen Müll für ein Feuer, um Tee zu kochen. Ein Nachbarsmädchen bekam Wind davon und informierte ihre Mutter. Wenig später versammelten sich hunderte von Menschen vor Samia und Asif’s Haus und forderten ihre Festnahme.
„Lieber sterbe ich als Christin“
Dem Ehepaar wird Blasphemie, also „Beleidigung des Islams“, vorgeworfen. Das kann in Pakistan mit dem Tode bestraft werden. Samia berichtet:“ Die Polizei nahm mich fest und steckte mich zu anderen Frauen ins Gefängnis. Sei befragten und beleidigten mich. Sie setzten mich unter Druck und verlangten, ich solle vom christlichen Glauben ablassen. Niemand wüsste, wie lange mein Ehemann im Gefängnis bleiben müsse, also solle ich ihn lieber gleich verlassen und zum Islam konvertieren. Sie würden sich auch um einen reichen Moslem als neuen Ehemann für mich kümmern. Ich habe abgelehnt. Lieber sterbe ich als Christin.“
Vier Tage und drei Nächte musste sie in Haft verbringen, niemand versorgte sie in dieser Zeit mit Essen.
Die HMK hilft
Unser Partner vor Ort kümmert sich nun um Samia, die ohne das Einkommen ihres Mannes in finanziellen Nöten steckt. Es wird alles Erdenkliche veranlasst, um Asif aus dem Gefängnis frei zu bekommen. Doch auch nach einer Freilassung braucht das Ehepaar wahrscheinlich weiterhin unsere Hilfe: Die Erfahrung hat gezeigt, dass Christen, die offiziell von der Anklage der Blasphemie freigesprochen sind, nicht selten hinterrücks ermordet werden.
Bitte beten Sie mit uns für das junge Ehepaar! Möge Gott ihnen Recht verschaffen und sie beschützen. Vielen Dank.
Lesen Sie auch die Geschichte von Asia Bibi, einer Frau, die ebenfalls wegen Blasphemie angeklagt wurde. Sie erwartet die Todesstrafe.
*Namen von der Redaktion aus Sicherheitsgründen geändert


