Grace, Ruth und Deborah - Vietnam

Geteiltes Leid - halbes Leid?

Christen werden in Vietnam von zwei Seiten bedrängt: Auf der einen Seite steht die traditionelle Bevölkerung, die sich dem Animismus und dem Ahnenkult verpflichtet fühlt. Auf der anderen Seite gibt es die kommunistische Regierung Vietnams, die es gar nicht gerne sieht, dass das Christentum  vor allem in ländlichen Gebieten immer mehr Anhänger findet. Die HMK hatte das Privileg, drei mutige Christinnen zu treffen, die von der Situation in ihrem Heimatland berichten:

Grace* erzählt, dass ihr Ehemann verhaftet wurde, weil er Religionsfreiheit einforderte - ein Recht, das zwar in der vietnamesischen Verfassung steht, aber nicht immer in die Praxis umgesetzt wird. Der Mann von Grace ist mit seinem Schicksal nicht allein. Mehrere Dorfbewohner hatten am 10. April 2004 gegen die Razzien der Behörden in ihren Kirchen und die illegale Beschlagnahmung von Eigentum protestiert. Zu neun Jahren Haft war ihr Ehemann verurteilt worden, berichtet Grace. Bisher hat er sieben davon verbüßt. Seine Frau darf ihn nur ein- bis zweimal im Jahr besuchen. Die Strafe trifft auch sie: „Er ist nicht zu Hause. Selbst die harte Arbeit müssen nun ich und meine Kinder erledigen“, erklärt sie. „Und wir müssen befürchten, dass die Regierung uns noch mehr Schwierigkeiten macht.“

Auch für Ruth*ist das Leben alles andere als leicht. Ihr Mann ist zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Sie selbst leidet an Gelbsucht und bekommt nur wenig Unterstützung. Sie fühlt sich alleingelassen, das Leben ohne ihren Ehemann ist hart. Sie ist entmutigt und niedergeschlagen.

Deborah* erklärt, dass sie als Frauen nicht nur deswegen benachteiligt werden, weil ihre Männer im Gefängnis sitzen, sondern auch,  weil sie zu einer ethnischen Minderheit gehören und noch dazu Christen sind: „Wir werden nicht wie die Kinh, die im Flachland leben, behandelt [die Kinh machen ca. 88% der Bevölkerung aus und werden als die „wahren“ Vietnamesen betrachtet, Anm.d.Red.]. Und wenn man obendrein noch Christ bist, dann hat man gar keine Rechte mehr.“

Trost durch gemeinsames Gebet

Trotz Einsamkeit, Krankheit, Armut und all der anderen Herausforderungen in ihrem Alltag, haben die drei Frauen eines nicht verloren: Ihren Glauben. Dasselbe gilt für ihre Männer: Im Gefängnis werden sie für politische Strafgefangene gehalten und deshalb von den restlichen Insassen getrennt. „Viele von ihnen sind Christen, und so können sie sich heimlich treffen“, erläutert Deborah.

Trost finden die drei Frauen in gemeinsamen Treffen. Sie bringen ihre Sorgen zusammen vor Gott. Sie beten für die Kraft, durchzuhalten und im Glauben stark zu bleiben. „Bitte betet für uns“, so Ruth. „Bittet Gott um eine positive Grundhaltung in uns, um Heilung und darum, dass wir immer mit ihm verbunden bleiben.“

Die HMK hilft gefangenen Christen im Norden Vietnams mit Lebensmittelpaketen. Wenn Sie uns in diesem und ähnlichen Projekten unterstützen wollen, dann spenden Sie unter dem Stichwort SOFORTHILFE.
Vielen Dank!

*Namen von der Redaktion aus Sicherheitsgründen geändert

 

 

Losung für heute
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Mittwoch, 22. Februar 2012:
Losungstext:
Fürchte dich nicht, denn du sollst nicht zuschanden werden.
Jesaja 54,4
Lehrtext:
Christus spricht: Wenn man euch abführt und vor Gericht stellt, dann sorgt euch nicht im Voraus, was ihr reden sollt, sondern was euch in jener Stunde eingegeben wird, das redet. Denn nicht ihr seid es, die reden, sondern der heilige Geist.
Markus 13,11

Hilfsaktion Märtyrerkirche e.V. / Tüfinger Straße 3 / 88690 Uhldingen-Mühlhofen

Fon +49 (0) 75 56 - 92 11-0 / Fax +49 (0) 75 56 - 92 11 40 / info@verfolgte-christen.org