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Eine Gemeine im Gefängnis

Pastor Zhang Rongliang hat mehr als ein Viertel seines Lebens in Haft verbracht.  Fünfmal ist er für insgesamt 19 Jahre ins Gefängnis gekommen.  Als er 2004 das letzte Mal verhaftet worden war, leitete er ein Netzwerk von Hausgemeinden mit ca. zehn Millionen Christen. Trotzdem weigert er sich, den chinesischen Behörden nachzugeben: Er arbeitet weiter als christlicher Leiter und verbreitet die Gute Nachricht, egal wohin er geht.

Pastor Zhang Rongliang

Fast gestorben

Am 31. August letzten Jahres wurde Pastor Zhang aus der letzten Haft, die sieben Jahre andauerte, entlassen. Er musste Folter über sich ergehen lassen und hart arbeiten, obwohl er an Diabetes und hohem Blutdruck leidet. Man erlaubte ihm nicht, eine Bibel bei sich zu haben. Er war in so schlechter körperlicher Verfassung, dass er von zwei Männern getragen werden musste. Das Gefängnis noch einmal lebendig zu verlassen, daran hatte schon nicht mehr geglaubt.

Seine Frau und seine beiden Söhne waren in ständiger Sorge um ihn und viele Christen aus aller Welt schrieben ihm Briefe. „Ich bin sehr dankbar dafür, dass ihr euch mit vielen anderen darum bemüht habt, mich aus dem Gefängnis zu holen“, sagte er kurz nach seiner Entlassung gegenüber einem Mitarbeiter der US-amerikanischen Partnerorganisation der HMK. „Aber ich bin sehr froh, dass ihr es nicht geschafft habt. Fast hättet ihr damit einen riesigen Fehler begangen: Wärt ihr erfolgreich gewesen, gäbe es jetzt keine christliche Gemeinde im Gefängnis.“

Knapp 5.000 Häftlinge erreicht

Obwohl er schwer krank war, hat Pastor Zhang eine Gemeinde im Gefängnis gegründet. „Gott hat mich dazu aufgefordert, zu den Häftlingen zu predigen“, erklärte er. Fast alle 5.000 Gefangenen hatten während der siebenjährigen Haftzeit des Pastors die Möglichkeit, die Gute Nachricht zu hören. Er konnte Menschen erreichen, mit denen er außerhalb des Gefängnisses nie in Kontakt getreten wäre.

Pastor Zhang glaubt, dass China sich sehr bald für die Gute Nachricht öffnen wird – und er hofft, dass die schon bestehende Gemeinde im Land darauf vorbreitet ist. „Ich möchte die Christen im Westen daran erinnern, dass China bereit ist für die Ernte - es sind die Früchte der Arbeit, die westliche Christen in uns investiert haben... Euer Dienst an den Christen in China hat das gesamte Land verändert!“

Verfolgung nimmt in China zu

Letztes Jahr hat die chinesische Regierung wieder verschärft Razzien gegen nicht-registrierte Hauskirchen durchgeführt. Zahlreiche Hauskirchenleiter wurden verhaftet oder zu wöchentlichen Berichterstattungen gezwungen. Ungefähr 90% der Christen in China gehen in nicht-registrierten Hausgemeinden. In einigen Regionen versuchen die Behörden, diese nicht-registrierten Hausgemeinden streng zu kontrollieren, während in anderen Gegenden diese Gemeinden wie eine offiziell genehmigte Kirche behandelt werden.

Christen werden immer wieder willkürlich festgehalten, gefoltert und dazu gezwungen, ihrem Glauben abzuschwören. In keinem anderen Land sind so viele Christen im Gefängnis wie in China. Die letzten zwei Jahre hat ihre Verfolgung permanent zugenommen.

Von den 516 verschiedenen ethnischen Gruppierungen haben 428 noch nie etwas von der Guten Nachricht gehört.

Losung für heute
Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Mittwoch, 22. Februar 2012:
Losungstext:
Fürchte dich nicht, denn du sollst nicht zuschanden werden.
Jesaja 54,4
Lehrtext:
Christus spricht: Wenn man euch abführt und vor Gericht stellt, dann sorgt euch nicht im Voraus, was ihr reden sollt, sondern was euch in jener Stunde eingegeben wird, das redet. Denn nicht ihr seid es, die reden, sondern der heilige Geist.
Markus 13,11

Hilfsaktion Märtyrerkirche e.V. / Tüfinger Straße 3 / 88690 Uhldingen-Mühlhofen

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